Abstract und Einordnung: FOCUS Magazin 3/14 – Die Neue Lust

Heute erscheint Erotikliteratur für Sachbuchfetischisten.
Man verzeihe mir bitte den ein oder anderen unqualifizierten Satz.

Der FOCUS hat in 3/2014 sein Titelthema mit der Sexualität der Frau beschäftigt. Rein optisch betrachtet scheint dies ein beliebtes Thema zu sein. Wirklich interessant ist, dass hier das Buch Die versteckte Lust der Frauen von Daniel Bergner zusammengefasst wird:

1. Frauen reagieren mit sexueller Erregung auf Pronografie und sind dabei sogar neugieriger als Männer
Hier wird beschrieben, dass Männer nur von hetero/bzw. homosexuellen Handlungen je nach Ausrichtung, Frauen aber selbst von Sex unter Affen erregt werden würden. (ob das eine ausreichend große Kontrollgruppe war?)

2. Frauen belügen sich selbst über ihr erotisches Empfinden – Gesellschaftlicher Druck

3. Monogamie lässt sexuelles Interesse einschlafen und ist der Grund für das abnehmende Verlangen in der Ehe
4. Narzissmus ist eine Triebfeder weiblichen Verlangens
Interessanter Aspekt: Der Mann begehre die Frau, die Frau begehre aber nicht den Mann, sondern in narzistischen Zügen die Lust des Mannes und desssen Begehren des eigenen Körpers. Hat die Frau nun den Eindruck, dass der Mann keine Wahlmöglichkeit zu einer anderen Partnerin hat, so verlischt ihr Verlangen.

5. Ob Frauen sich zu Männern hingezogen fühlen, ist nicht lebenslang festgelegt.
Hier wissenschaftliche begründet, und trotzdem seit Jahren in diversen “Aufklärungsvideos” beschrieben.

6. Sexuelles Verlangen und Erregung ist viel Biochemie und wenig freie Entscheidung (sic!)
7. Weibliches Verlangen wird kulturell gezügelt – siehe 1

Auch wenn sich die Thesen wie das genaue Gegenteil der aktuell, politisch korrekten Meinung lesen, so werden alle Thesen mit der Evolution oder Experimenten aus der aktuellen Forschung begründet.

Ein Beispiel: In der Steinzeit hatte Sex für Frauen “Lagzeitfolgen”, sprich ein Kind, zu Folge. Daher war diese besonders bedacht darauf nur mit dem “richtigen” Partner Sex zu haben. Nun wurde aber gleichzeitig beobachtet, dass Arten welche zumeist Raubtiere oder Menschenaffen sind bei einem Machtwechsel im Rudel die Nachkommen alter Anführer töten. Dies ist praktisch, da somit mehr Resourcen für den eigenen (potentiellen) Nachwuchs zur Verfügung steht (und manche Weibchen erst wieder ohne Kind trächtig werden). Beide Thesen sind absolut plausibel. Trotzdem sind die Resultate gegenteilig.

Also folglich doch empirische Untersuchungen? So wurde bekanntermaßen festgestellt, das Frauen schlechter einparken als Männer. Auch im Alltag von Männern erlebt und von Frauen entschuldigend vorgetragen. Die Studie auf die sich dies stützt hatte aber nur um die 40 Teilnehmer. Studien im größeren Rahmen, können dies leider nicht mehr nachweisen. Selbst bei Studien zu häußlicher Gewalt ergeben sich signifikante Unterschiede (siehe dazu auch Sind Frauen die besseren Menschen [sehr eingeschränkt verfügbar]von Arne Hoffmann.)

Es lässt sich also feststellen, dass die “Steinzeittheorien” sich aufgrund der äußerst geringen Datenlage aus dieser Zeit sich nicht als Begründung eigenen. Bei empirischen Studien hingegen werden gerade in diesem Medienwirksamen Themengebiet gerne eklakate Mängel übersehen. Die schwerwiegensten sind zu kleine Versuchsgruppen (siehe oben) oder das Auslassen von Rahmenbedingungen. Der Fokus beschreibt anschaulich den Fall, dass Studentinnen, sofern Kommilitionen von der Antwort erfahren könnten, quasi ni Mastobieren; an einen vermeitlichen Lügendedektor angeschlossen, aber sich nicht mehr von der männlichen Kontrollgruppe unterscheiden. (ähnlich bei Anzahl der Sexualpartner).

Gerade bei Diskussionen zum Thema der Sexualität zwischen Männern und Frauen wird oft nicht zwischen dem biologischen und gesellschaftlichen Geschlcht unterschieden. So meint Judith Butler, dass der Mensch auf einer Skala zwischen Mann und Frau von seinen biologischen Eigenschaften aber auch seiner gesellschaftlichen Rolle einordnen lässt. (Beispiel  geschlechtsvariante Kinder – Jungen die gern Mädchen wären [GEO 12/2013])

Lieber Focus, klar erfreut ihr Arne Hoffmann als Vertreter des Maskulinismus, dass ihr den einseitigen Schwerpunkt vom Feminismus (obowohl sich dieser ja auch im Moment zerlegt.) Richtung Maskulinismus verschiebt. Aber auf diesem Niveu kommen wir vermutlich nicht in der Mitte an, wo bei gesellschaftlichen Problem meist das ruigste Fahrwasser fließt.

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