Die dritte Generation

Am 25.06.2014 haben im Prof. Dr. sc. nat. Knut Löschke und Dr. rer. nat. Martin Schubert im Rahmen des Studium generale über den Sinn des Lebens mit einem erstaunlichen Ansatz gesprochen: Die folgende Zusammenfassung soll keine subjektive Meinung wiedergeben, sondern solle einen Sinn herleiten, welcher objektiv begründbar ist.

Der grundlegende „Sinn“ allen Lebens

Ob man hier wirklich von einem Sinn reden darf, sei dahingestellt. Aber es ist unbestreitbar, dass nur dieses Leben erhalten bleibt welches entweder ewig währt oder sich reproduziert. Damit können wir die Fortpflanzung als die Notwendigkeit oder hier auch den Sinn des Lebens betrachten.

Dies gilt zweifelsohne für alle bekannten Lebenswesen. Zu diesen Lebewesen zählen auch unsere Vorfahren aus der Steinzeit. Hier bekamen die Frauen ihr erstes Kind mit 15 Jahren. Durchschnittlich erreichten die Menschen ein Lebensalter von 30 Jahren.

Der Sinn des Menschenlebens

Vor 40.000 Jahren (leider keine Quelle) stieg die Lebenserwartung drastisch auf 45 Jahre an. Die Ursache soll in einer besseren Umwelt (Nahrung und Temperatur) begründet sein.

Da Frauen weiterhin mit 15 Jahren ihr erstes Kind gebahren bildete sich eine neue Generation heraus. Die Generation der Großeltern. Eine Genreation, welche die biologische Reproduktion bereits abgeschlossen hatte. Zu diesem Zeitpunkt entwickelte sich die Kultur.

„Wir werden älter als wir müssen.“

Die durch die Großelterngeneration erzeugte Kultur wurde an die jüngste Generation der Kinder weitergegeben. Die Elterngeneration wird hier übersprungen, da diese mit der weitergabe ihrer Gene beschäftigt sind (Kinder zeugen, und das Aufwachsen zu sichern). Kinder hingegen können durch die fehlende Geschlechtsreife spielerisch Gedankengüter (Kultur) der Großeltern aufnehmen.

Richard Darwkins nennt diese Gedanken in Anlehnung an Gene Meme.

Folglich muss der heutige Mensch neben seinen Genen auch seine Meme weitergeben.

Begründung

Der Anstieg der Lebenserwartung mit seinen Folgen wurde wissenschaftlich von der University Of Michigan ermittelt und beschrieben (Scinexx)

Auch heute noch ist das Verhältnis zwischen erster Geburt und der Lebenserwartung gleich. Dies soll sich besonders gut an den Zahln für Ost- und Westdeutschland ablesen lassen:

Ostdeutschland

Erstgeburt (2009): 27 Jahre (SPON)

Lebenserwartung einer 1982 geborenen Frau: 74,6 Jahre (Statistisches Bundesamt)

Westdeutschland

Erstgeburt (2009): 29 Jahre (SPON)

Lebenserwartung einer 1982 geborenen Frau: 76,9 Jahre (Statistisches Bundesamt)

Kritik

Auch die Vortragenden mussten feststellen, dass für die herangezogenen Zahlen sich keine Kausalität herstellen lässt. Für mich stellt sich die Frage, ob es ungesund ist sein Kind zu zeitig zu bekommen oder ob Frauen ein Gespür für Ihre exakte Lebenserwartung haben.

Weiter führen die Vortragenden aus, sei es natürlich jeden frei gestellt sich zu reproduzieren oder nicht.

Weitergedacht

Obwohl wir im Durchschnitt die tatsächliche Genweitergabe erst nach einer doppelt solangen Zeitspanne angehen, so erhalten wir trotzdem im gleichen Alter (oder früher) wie in der Steinzeit unsere Geschlechtsreife. Ist es folgich eine logische Folge und nur ein Ausgleich der zu langsamen Evolution, dass wir Verhütungsmittel erfunden haben und uns so eine  Art sexueller Sandkasten geschaffen haben?

In der Neuzeit benötigen Menschen nicht mehr den ganzen Tag für die Ernähung /Aufzucht des Nachwuches (Big Mac index). Auch hört die Kindheit bei Auszubildenden Anfang 20 und Studenten im Schnitt mit 26 Jahren (Statistisches Bundesamt). Was machen wir mit dieser „überflüssigen“ Zeit? Nach der obigen Theorie müsste diese Zeit zum weiteren Lernen genutzt werden um eine optimale Weitergabe der Gene zu ermöglichen und die erfolgreichsten Meme zu finden oder zu bilden.
Stattdessen haben wir eine Unterhaltungsindustrie geschaffen, welche uns die Zeit verleben lässt oder und rauschartige Zustände ermöglicht. Also genau die Tätigkeiten (wenn auch in abgewandelter Form), welche der Hedonismus erst in der zweiten Lebenshälfte gesehen hat.
Verschwenden wir unsere Potentiale oder verteilen wir die Freude und die Lust nur gleichmäßiger auf unser Leben?

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